Wassertrense: Der bewährte Standard im Pferdesport
Die Wassertrense ist das am häufigsten verwendete Gebiss in der Pferdeausbildung und im Reitsport. Ihr charakteristisches Merkmal sind die durchlaufenden, beweglichen Ringe. Diese Ringe ermöglichen es dem Gebiss, bei der Zügelannahme leicht im Maul zu rotieren. Diese Beweglichkeit regt die Kautätigkeit an und verhindert, dass sich das Pferd auf das Gebiss legt oder sich festbeißt, da der Reiter durch weiche Paraden das Gebiss wieder im Maul anheben kann.
Einfach oder doppelt gebrochen?
Wassertrensen sind in der Regel in zwei Ausführungen erhältlich: einfach oder doppelt gebrochen. Ein einfach gebrochenes Gebiss hat ein Gelenk in der Mitte und wirkt primär auf die Zungenränder und die Laden (den zahnfreien Teil des Kiefers). Ein doppelt gebrochenes Gebiss besitzt ein zusätzliches Mittelstück (die Olive). Es liegt ruhiger und flächiger auf der Zunge und entlastet die Laden, weshalb es von vielen Pferden besonders gut angenommen wird. Es muss jedoch in der Länge exakt passen, um nicht auf die Laden zu drücken.
Das richtige Material wählen
Die Wahl des Materials hat großen Einfluss auf die Akzeptanz. Edelstahl ist geschmacksneutral, extrem langlebig und pflegeleicht. Kupfer oder Sweet Iron (Süßeisen) oxidieren (rosten) leicht durch den Speichelkontakt. Dieser süßliche Geschmack regt die Speichelproduktion und das Abkauen bei vielen Pferden stark an. Kunststoff- oder Gummigebisse eignen sich für sehr maul-empfindliche Pferde, erfordern jedoch zwingend ausreichend Speichel, um nicht wie ein Radiergummi an den Schleimhäuten zu reiben.
Häufig gestellte Fragen
Warum klemmt die Wassertrense manchmal die Lefzen ein?
Durch die beweglichen Ringe kann es passieren, dass die feine Haut der Maulwinkel beim Zügelzug zwischen Ring und Mundstück eingeklemmt wird. Passiert dies, ist das Gebiss entweder minimal zu klein, oder es sollten zusätzlich weiche Gebissscheiben aus Gummi aufgezogen werden, um die Lefzen zu schützen.
Wie dick sollte die Wassertrense sein?
Früher galt: je dicker, desto weicher. Heute weiß man durch anatomische Messungen, dass im Pferdemaul oft sehr wenig Platz ist. Für Großpferde sind Stärken zwischen 14 mm und 16 mm ideal. Dickere Gebisse (18 mm) sind nur für Pferde mit großen Maulhöhlen geeignet.
Wie messe ich die richtige Größe?
Die Gebissweite wird von Ringloch zu Ringloch gemessen. Wenn das Gebiss im Maul liegt, sollten auf beiden Seiten maximal 0,5 cm Platz zwischen dem Maulwinkel und dem Gebissring sein. Ein zu großes Gebiss lässt sich durchs Maul ziehen, ein zu kleines quetscht die Lefzen.
Funktionale Gebisse für das tägliche Training
Die Wassertrense mit ihren durchlaufenden Ringen ist die optimale Wahl, um ein festes Anlehnen an die Reiterhand zu verhindern. Durch die freie Beweglichkeit der Ringe nimmt das Pferd das Gebiss leichter an, entspannt den Unterkiefer und fängt an zu kauen. Dies ist die Grundvoraussetzung für eine korrekte Durchlässigkeit und eine losgelassene Arbeit im Sattel oder an der Longe.
Achte bei der Auswahl besonders auf die Anatomie deines Pferdes. Pferde mit wenig Platz im Maul profitieren von dünneren Gebissen und ergonomisch geformten, doppelt gebrochenen Mundstücken, die sich der Zunge anpassen. Ob Sweet Iron für eine bessere Speichelbildung oder pflegeleichter Edelstahl – wähle das Mundstück, mit dem sich dein Pferd am wohlsten fühlt.