Ferkelaufzucht: Die ersten Wochen entscheiden
Ein Ferkel kommt nass und mit sehr wenig Energiereserve zur Welt. Was in den ersten Stunden und Wochen passiert, prägt Tageszunahmen und Verluste bis zum Absetzen. Drei Dinge zählen dabei besonders: Wärme am Liegeplatz, früher Zugang zu Festfutter und jederzeit sauberes Wasser. Dazu kommt die Ausstattung für die Geburt selbst. Hier findest du alles, was die Abferkelbucht dafür braucht.
Wärme, Futter und Wasser
Frisch geborene Ferkel brauchen rund 34 Grad im Nest, während die Sau bei deutlich kühleren Temperaturen liegen will. Diesen Spagat löst du mit einer Wärmequelle über dem Ferkelnest, die einen abgegrenzten warmen Bereich schafft und die Tiere von der Sau weglockt. Ab der zweiten Lebenswoche kommt das Anfüttern dazu. Flache Schalen mit mehreren Fressplätzen bringen die Ferkel gemeinsam ans Futter, und kleine Portionen mehrmals täglich halten es frisch. Parallel dazu muss Wasser frei verfügbar sein, denn ohne Wasseraufnahme läuft die Futteraufnahme nicht an. Nippel auf Ferkelhöhe oder ein flaches Becken erfüllen diesen Zweck zuverlässig.
Rund um die Geburt
Verläuft eine Geburt schleppend, zählen Ruhe und die richtigen Hilfsmittel. Geburtsschlingen und Geburtshaken in Ferkelgröße, dazu ausreichend Gleitgel und saubere Einweghandschuhe, gehören griffbereit in die Nähe der Abferkelbucht. Kontrolliere die Sau engmaschig, ohne unnötig einzugreifen, und hole bei Zweifeln früh tierärztlichen Rat. Direkt nach der Geburt zählt das zügige Abtrocknen und der Zugang zum Kolostrum in den ersten Stunden, denn nur daraus bezieht das Ferkel seine Abwehrkräfte. Ferkelspreizbänder helfen einzelnen Tieren, die auf dem glatten Boden nicht sicher zum Gesäuge finden.
Häufig gestellte Fragen
Wie warm muss das Ferkelnest sein?
Am ersten Tag rund 34 Grad, danach senkst du wöchentlich um etwa zwei Grad ab. Ob es passt, siehst du an der Gruppe: Liegen die Ferkel ausgestreckt nebeneinander, stimmt es. Ein enger Haufen bedeutet zu kalt, verstreute Einzeltiere zu warm.
Ab wann füttere ich Beifutter an?
Etwa ab dem siebten bis zehnten Lebenstag in sehr kleinen Mengen. Wichtig ist die Frische: Lieber mehrmals täglich eine Handvoll nachlegen und Reste entfernen, als die Schale einmal voll zu füllen.
Brauchen Saugferkel eigenes Wasser?
Ja. Milch allein deckt den Bedarf nicht, sobald Festfutter dazukommt. Eine eigene Tränke auf Ferkelhöhe sorgt dafür, dass die Tiere trinken können, ohne mit der Sau zu konkurrieren.
Ausstattung für die Ferkelaufzucht
Den warmen Liegeplatz im Ferkelnest schaffst du mit einer Wärmelampe, die den abgegrenzten Bereich auf Temperatur hält und die Ferkel von der Sau weglockt. Fürs Anfüttern ab der zweiten Lebenswoche findest du flache Ferkelschalen mit mehreren Fressplätzen, in denen kleine Portionen frisch bleiben. Damit die Futteraufnahme überhaupt anläuft, gehören Ferkeltränken auf passender Höhe in jede Bucht. Und wenn eine Geburt schleppend verläuft, hast du mit der Geburtshilfe Schlingen, Haken und Gleitgel griffbereit. Zusammen deckst du damit Wärme, Futter, Wasser und die Geburt ab.