Erdung: Ohne sie kein wirksamer Elektrozaun
Viele Probleme mit zu schwachen Zäunen haben eine gemeinsame Ursache: die Erdung. Berührt ein Tier den Leiter, fließt der Strom durch das Tier in den Boden und über die Erdstäbe zurück zum Gerät. Erst dann spürt es den Impuls. Ist die Erdungsanlage zu klein oder steckt sie in trockenem Boden, kommt nur ein Bruchteil der Leistung an, egal wie stark das Weidezaungerät ist.
So baust du eine gute Erdung
Als Faustregel setzt du mehrere Erdstäbe von mindestens etwa einem Meter Länge in feuchten Boden, mit einigen Metern Abstand zueinander. Je stärker das Gerät, desto mehr Stäbe brauchst du. Verbinde sie mit einem durchgehenden, isolierten Erdkabel und achte auf feste, korrosionsfreie Klemmen. Halte Abstand zu Erdungen von Hausstrom oder Blitzschutz.
Hilfe bei schwierigem Boden
Sandige, steinige oder sehr trockene Böden leiten den Strom schlecht. Hier hilft ein Erdungs-Mix mit Bentonit, der Feuchtigkeit rund um den Erdstab bindet und die Leitfähigkeit verbessert. Zusätzlich kannst du die Stäbe an einer schattigen, feuchteren Stelle setzen oder einen weiteren Stab ergänzen. Bei sehr trockenem Boden kann auch ein eigener Erdleiter im Zaun helfen, der parallel zu den stromführenden Leitern läuft.
Häufig gestellte Fragen
Wie prüfe ich, ob meine Erdung ausreicht?
Schließe den Zaun ein gutes Stück vom Gerät entfernt mit einigen Metallstäben kurz. Miss dann mit dem Zaunprüfer zwischen Erdstab und einem Hilfsstab, der etwas entfernt im Boden steckt. Zeigt das Gerät deutliche Spannung an, ist die Erdung zu schwach.
Kann ich die Weidezaunerdung an die Hauserdung anschließen?
Nein, die Erdung des Weidezauns sollte immer eine eigene Anlage sein. Eine Verbindung mit Hauserdung oder Wasserleitung kann Störungen verursachen und gefährlich werden. Halte stattdessen ausreichend Abstand zu anderen Erdungen.
Warum wirkt mein Zaun im Sommer schwächer?
Wenn der Boden austrocknet, leitet er den Strom schlechter, und die Erdung verliert an Wirkung. Zusätzlich wächst mehr Gras an den Leiter. Ein weiterer Erdstab an einer feuchten Stelle und regelmäßiges Ausmähen helfen meist schnell.
Erdstäbe und Erdkabel für deinen Elektrozaun
Eine wirksame Erdung besteht aus zwei Bausteinen. Der Erdungsstab steckt tief im feuchten Erdreich und nimmt den Strom auf, der beim Kontakt durch das Tier fließt. Je mehr Stäbe du setzt, desto besser schließt sich der Kreis, vor allem bei starken Geräten und trockenem Boden. Das Erdkabel verbindet die Stäbe untereinander und mit dem Erdanschluss deines Geräts. Es sollte gut isoliert sein und fest in den Klemmen sitzen, damit keine Spannung verloren geht. Ergänzend gibt es Mittel wie Bentonit, die den Boden rund um den Stab feucht halten. Prüfe deine Erdung regelmäßig, besonders in trockenen Sommern, wenn der Boden hart wird und die Leitfähigkeit nachlässt.