Schermesser: Die Klingen, auf die es ankommt
Ein Schermesser ist die einzelne Klinge, nicht der komplette Kopf. In der Schafschur arbeiten immer zwei zusammen: Das Untermesser liegt breit auf der Haut und führt, das Obermesser schwingt darüber und schneidet. Passen die beiden nicht zueinander oder sind sie stumpf, wird aus einer ruhigen Schur schnell eine zähe Angelegenheit. Deshalb lohnt sich ein Blick auf Zähnezahl und Schliff.
Zähne, Winkel und Wolle
Die Zähnezahl bestimmt, wie viel Wolle das Messer auf einmal fasst. Wenige, breite Zähne greifen viel und arbeiten zügig, viele feine Zähne hinterlassen ein gleichmäßigeres Bild. Der Feinwollkamm Wellington 793 mit 13 Zähnen ist ein Beispiel für die feine Seite, die Untermesser 393 und 594 stehen daneben. Das Kerbl Alpaka-Set mit 20/4 Zähnen zeigt, wie unterschiedlich die Aufteilung ausfallen kann. Auch der Anschliff, also der Bevel-Winkel der Schneide, spielt mit: Flach geschliffen schneidet leichter, steiler geschliffen hält länger. Beides muss zur Wolle und zur Maschinendrehzahl passen.
Passend zur Maschine wählen
Schermesser sind auf ihre Geräte abgestimmt, ein freies Mischen funktioniert nicht. Heiniger führt Messer für Xplorer, Xperience, Handy und Progress sowie die Sets Edge und Ovina für XPERT und EVO/ONE. Von Kerbl gibt es ein Set für Constanta Rodeo AR2 und Lister-Liscop, dazu das Premium-Set für PowerCut, FarmClipper und Constanta. Aesculap steuert das Schermesser Econom bei. Prüfe also erst die Maschine, dann das Messer. Und plane Nachschärfen ein: Ein fachgerecht geschliffenes Messer läuft mehrere Runden, verliert dabei aber Material und wird irgendwann ersetzt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Ober- und Untermesser?
Das Untermesser liegt auf der Haut und führt die Wolle zu, das Obermesser bewegt sich darüber und schneidet. Beide gehören als Paar zusammen.
Wie viele Zähne brauche ich?
Für zügige Schafschur eher wenige, breite Zähne. Ein Feinwollkamm mit 13 Zähnen liefert dagegen ein gleichmäßigeres Schnittbild bei feiner Wolle.
Lohnt sich Nachschärfen?
Ja, mehrfach sogar. Der Schliff muss aber den ursprünglichen Winkel treffen, sonst schneidet das Messer schlechter als vorher.
Schermesser für jede Wollart
Schermesser sind die Verschleißteile der Schur, und sie entscheiden über Tempo und Hautschonung. In der Schafschur führt das breite Untermesser auf der Haut, während das Obermesser darüber schwingt und die Wolle trennt. Wie viel dabei auf einmal erfasst wird, hängt an der Zähnezahl: Der Wellington Feinwollkamm 793 mit 13 Zähnen arbeitet fein, die Untermesser 393 und 594 decken andere Ansprüche ab, und das Kerbl Alpaka-Set mit 20/4 Zähnen ist auf diese Faser abgestimmt. Auch der Bevel-Winkel der Schneide zählt, denn er entscheidet zwischen leichtem Schnitt und langer Standzeit. Entscheidend bleibt die Zuordnung zur Maschine: Heiniger-Messer für Xplorer, Xperience, Handy und Progress, die Sets Edge und Ovina für XPERT und EVO/ONE, Kerbl-Sets für Constanta, Rodeo AR2, Lister-Liscop, PowerCut und FarmClipper sowie das Econom von Aesculap.