Wie funktioniert ein Elektrozaun?


Ein Elektrozaun ist ein Kreislaufsystem, im dem Strom fließt. Vom Weidezaungerät aus fließt der Strom, durch den Draht, den Bewuchs oder das Tier, das den Zaun berührt und muss über die Erdstäbe zum Gerät zurückfließen. Da Böden, vor allem wenn sie trocken, sandig oder steinig sind, den Strom schlecht leiten muss die Erdung ausreichend dimensioniert sein, damit das Gerät seine volle Leistung abgeben kann.


So funktioniert ein Elektrozaunsystem

Ein Elektrozaunsystem besteht aus:

A) Einem Elektrozaungerät, welches regelmäßig Stromimpulse erzeugt.

B) Einem oder mehreren Leitermaterialreihen, die den Strom transportieren. ➜ Die Leitermaterialreihen müssen nicht zwingend eine geschlossene Zaunschleife bilden!

C) Isolatoren, welche den Strom gegenüber der Erde isolieren.

D) Permanenten oder mobilen Pfählen, die je nach Bedarf eingesetzt werden.

E) Der Erdung des Elektrozaungerätes, welche in möglichst feuchtem Erdreich so tief als möglich platziert werden soll.


Elektrozaun mit 230 V Netzgerät oder Batterie


Es sollte mindestend 2500 Volt an jeder Stelle des Zaunes sichergestellt werden. Wenn das Tier nun den Draht berührt, wird ein Stromkreis geschlossen, d.h. der elektrische Strom fließt durch das Tier und die Erde zurück zum Weidezaungerät. Das Tier erhält dadurch einen unangenehmen, wenngleich ungefährlichen Stromschlag und weicht zurück. Ein solches Elektrozaunsystem wird sowohl zur Einzäunung, als auch zur Abwehr von Tieren erfolgreich angewendet.


Technische Begriffe


Was versteht man unter Spannung?

Eine hohe Spannung ist notwendig, um lange Zäune mit Strom zu versorgen und zwischen Zaundraht und Tierkörper einen leitfähigen “Kanal” zu erzeugen. Als Mindestspannung sind dafür etwa 2500 Volt (an jedem Punkt der Zaunanlage) notwendig. Für Tiere mit dickem Fell, empfehlen wir 4000 Volt als Mindestspannung. 

Was bedeuten die technischen Angaben Input & Output Joule?

Die Schockwirkung ist abhängig von der Höhe der Impuls(Output)energie in Joule (Spannung selber schmerzt nicht!). Je unempfindlicher das Tier ist, desto größer sollte die Energie sein, die zum Hüten oder Abschrecken eingesetzt wird. Außerdem steigt der Bedarf an Impulsenergie mit der Länge des Zaunes und seiner Belastung (z.B. Bewuchs) an. Die Lade(Input)energie ist die Energie, die das Gerät aufnimmt. Die Impuls(Output)energie ist die wichtigste Größe zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit eines Weidezaungerätes.

Was sagt der Leitungswiderstand aus?

Der Leitungswiderstand ist ein Maß für die Beurteilung der Leitfähigkeit von Zaunmaterial. Er wird in Ohm/Meter angegeben. Je kleiner dieser Wert, desto besser leitet das Material. Beste Materialien haben einen Widerstand von ca. 0,5 Ohm/m und sogar geringer, schlechte über 4 – bis sogar 15Ohm/m. Je länger der Zaun, desto besser muss die Leitfahigkeit des verwendeten Materials sein.

Nach welcher Kilometerangabe sollten Sie sich richten?

Kilometerangaben sind oftmals sehr theoretische Werte die sich nach optimalsten Bedingungen (Draht-Leitfähigkeit, Verbindungen, Isolationszustand, Bodenverhältnisse, Erdung) in der Zaunanlage richten. Diese Zustände ändern sich jedoch aufgrund von Witterungseinflüssen permanent. Wichtig ist deshalb, unter allen Bedingungen die Mindesthütespannung von 2.500 Volt an jedem Punkt der Zaunanlage zu erreichen.

Nützliche Tipps von unseren Experten


Tipp 1 1. Entfernen Sie die Rändelmuttern von Erd- und Zaunausgang. 2. Kontaktieren Sie den Erdausgang des Gerätes mit dem Erdstab des Zaunprüfers. 3. Kontaktieren Sie den Zaunausgang des Gerätes mit dem Zaunprüfer. 

Tipp 2 1. 9 Volt Batterie: rotes Blinken ➜ Batterie ist leer 2. 12 Volt Akku: rotes Blinken ➜ Akku ist leer 3. 230 Volt Netzstrom: LED blinkt nicht ➜ keine Stromversorgung 

Tipp 3 1. Schalten Sie das Gerät aus. 2. Klemmen Sie das Zaunzuleitungskabel am Zaun ab. 3. Schalten Sie das Gerät wieder ein. 4. Messen Sie mittels eines Zaunprüfers die Spannung am Ende des Zaunzuleitungskabels. 

Tipp 4 1. Unterirdische Zaunzuleitung Das Untergrundkabel ist defekt ➜ Verwenden Sie ein hochspannungsfestes Untergrundkabel. 2. Überirdische Zaunzuleitung Prüfen Sie die Zaunzuleitung auf Ableitungen/Unterbrechungen (z.B. hat die Zuleitung Kontakt zum Gebäude? z.B. Efeu, Dachrinne, Gebüsch, etc.) 

Tipp 5 Wie messe ich die Spannung direkt am Erdstab? 1. Zaundraht in ca. 10 m Entfernung der Geräte-Erdung mittels Eisenstäbe kurzschließen. 2. Spannung direkt am Geräteerdstab mittels Digitalvoltmeter prüfen 

Tipp 6 1. Erdstäbe entfernt vom Gebäude in immer feuchtes Erdreich mind. 1 m tief einschlagen 2. Mehrere Erdstäbe im Abstand von mind. 3 m einschlagen und miteinander verbinden 3. Erdstäbe müssen aus nicht rostendem Material bestehen, z.B. Edelstahl oder müssen verzinkt sein.

Tipp 7 1. Bewuchs am Zaun ➜ entfernen! 2. Leitermaterial liegt am Boden ➜ spannen/verbinden 3. Schlechtes Leitermaterial ➜ durch gut leitfähiges Leitermaterial ersetzen (4. Leitermaterial ist geknotet ➜ Edelstahl-Verbinder verwenden 5. Isolator schlägt durch ➜ durch neuen Isolator ersetzen 6. Gebrochene Metall-Leiterdrähte ➜ Leitermaterial austauschen 7. Leitfähigkeit verbessern ➜ Leitermaterialreihen ca. alle 200 m senkrecht miteinander verbinden 


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